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BARFUSS DURCH DIE HÖLLE


Regie: Masaki Kobayashi
Darsteller: Tatsuya Nakadai, Michiyo Aratama
Buch: Gomikawa Jumpei [Vorlage]

Bevor Regisseur Masaki Kobayashi durch diverse Festivals mit KWAIDAN, SAMURAI REBELLION und HARAKIRI internationale Aufmerksamkeit zuteil wurde, widmete er sich einer dunklen Zeit Japans. Mit BARFUSS DURCH DIE HÖLLE schildert er eindringlich das Schicksal eines überzeugten Pazifisten, der sich den Kriegsgreuel des zweiten Weltkriegs entziehen will und deshalb eine endlose Odyssee durch Gefangenenlager gehen muss. In der unfreiwilligen Rolle eines Aufsehers wird er mit einer schweren moralischen Hereausforderung konfrontiert.



BARFUSS DURCH DIE HÖLLE ist ein sehr bewegender Film, erstaunlich früh [1959] findet eine Aufarbeitung der Kriegsereignisse in Japan statt, wobei der Film weniger als Kriegsfilm sondern mehr als Charakterstudie zu verstehen ist. "Die Bedingung ein Mensch zu sein", so lautet die sinngemäße Übersetzung der Originaltitels, was den Inhalt des Dreiteilers sehr gut wiedergibt. Die moralische und politische Entwicklung des "Helden" kann durchaus archetypisch verstanden werden und wirkt auch heute noch hochaktuell. Kobayashi überzeugt mit einer sehr reinen und ehrlichen Bildsprache, welche stets ein Spiegel der Psyche seines Protagonisten darstellt - die karge und triste Landschaft der Mandschurei brennt sich tief in den Kopf des Betrachters. Nach einer beinahe zehnstündigen Odyssee bleiben nicht nur Bilder eines verwüsteten, kriegsgebeutelten Japans bestehen - es sind Momente der Menschlichkeit - einem raren Gut in Zeiten wie Diesen.



In Deutschland wurde BARFUSS DURCH DIE HÖLLE hauptsächlich durch eine von Bernhard Wickie [DIE BRÜCKE] bearbeitete TV-Fassung bekannt. Dank einer liebevollen Aufarbeitung von WINKLERFILM ist nun diese Fassung, inklusive der japanischen Langfassung auf DVD erhältlich. Beide Fassungen haben ihren Reiz, der direkte Vergleich ist besonders interessant: Die "deutsche" Fassung überzeugt durch ihre dramaturgische Stringenz und Kompaktheit, während die Langfassung viele Nuancen und Übergänge detailierter darstellt. Die sechs DVDs beinhalten einige interessante Interviews mit Kobayashi und mehrere Trailer zur Filmtrilogie.
Ein Empfehlung für jeden Freund seltener Filmkunst!

O'HORTEN


Regie: Bent Hamer
Darsteller: Baard Owe, Espen Skjønberg, Ghita Nørby
Verleih: Pandora Film

Zugführer Odd befindet sich genau einen Arbeitstag vor seinem Ruhestand, doch ausgerechnet diese letzte Zugfahrt verpasst er und erlebt stattdessen ein unerwartetes, verschrobenes Abenteuer. Am Ende dieser Reise eröffnen sich O'Horten völlig neue Perspektiven, mit denen der alte Mann nicht mehr gerechnet hätte.



Bent Hamer findet eine sehr schöne Metapher für die Reise seines Protagonisten: ähnlich einem Kometen endet O'Horten's Reise nicht nach dem augenscheinlichen Stillstand, auch nach dem Ende seines Berufslebens kann er ein neues Leben beginnen und genau davon - wie O'Horten die Energie findet diesen Weg zu gehen - handelt der wunderschöne kleine Film O'HORTEN.



Austattung und Beleuchtung ähneln sehr dem Werk Aki Kaurismäkis [DER MANN OHNE VERGANGENHEIT], doch im Grundtenor unterscheidet sich O'HORTEN grundsätzlich vom Werk des finnischen Regisseurs. Wo Filme wie DAS MÄDCHEN AUS DER STREICHHOLZFABRIK oder SCHATTEN IM PARADIES die Hoffnungslosigkeit der Arbeiterklasse abbildeten, schenkt BENT HAMER seinen Figuren Hoffnung und lässt diese sich an den Skurrilitäten des Alltags erfreuen. Ein Film bei dem einem das Herz aufgeht!

THE WOMAN


Regie: Lucky McKee
Darsteller: Angela Bettis, Pollyanna McIntosh, Sean Bridgers
Vorlage: Jack Ketchum

Chris ist ein Bilderbuchvater, führt eine Bilderbuchehe und lebt in einem wunderschönen Bilderbuchhaus in einem schillernden Bilderbuchamerika. Dieses vorbildliche Leben wird sich rasch ändern, denn eines Tages findet er bei der Jagd eine verwilderte, tierähnliche Frau im Wald. Er wird es noch schwer bereuen, dieses garstige Wesen einzufangen, anzuketten und an die Gesellschaft anzupassen.



THE WOMAN ist eine bitterböse und verstörende Satire wie man sie schon lange nicht mehr im Kino gesehen hat. Im "Schafspelz" eines vordergründigen Horrorfilms seziert Regisseur Lucky McKee [MAY, THE WOODS] die amerikanische Gesellschaft und stößt dabei auf einen harten Kern, bestehend aus Dekadenz und Doppelmoral. Mit einem hämischen Augenzwinkern führt er seine Figuren über die Grenzen ihrer kleinen beschränkten Welt mitten in ihre persönliche Hölle. Die zynische Jack Ketchum Adaption THE WOMAN [basierend auf dem Roman BEUTEGIER] ist definitiv kein Film für blutgierige Horrorfans, es handelt sich um einen überraschenden, fiesen kleinen Film voller grotesker Überraschungen.

THE WOMAN is bei CAPELIGHT erschienen und als schönes Bluray-Steelbook erhältlich. Neben der gelungenen Bild- und Tonqualität bietet die Disc ein Making Of, Behind the Scenes, den Kurzfilm 'Burro Boy', Entfallene Szenen und Kinotrailer.

DARK PLANET


Regie: Fyodor Bondarchuk
Darsteller: Sergey Garmash, Fjodor Bondarchuk, Vasiliy Stepanov
Vorlage: Arkadi und Boris Strugazki

Ein Raumfahrer muss sich nach einer Notlandung auf dem Planeten Saraksh den maroden politischen Umständen stellen. In dieser Welt, gebeutelt von Armut und Ungerechtigkeit, stellt sich der Pilot Maxim einem faschistischen System, angetrieben von rücksichtsloser Machtgier. Mit DARK PLANET wurde DIE BEWOHNTE INSEL, ein Roman der russischen Gebrüder Strugazki, vom Landsmann Fyodor Bondarchuk verfilmt. Man tritt hierbei in erhabene Fußstapfen, denn der letzte verfilmte Strugazki-Roman war der meisterhafte STALKER von Andrei Tarkowski.



Vorweg: Derlei Vergleiche sind natürlich nicht angebracht, DARK PLANET ist vielmehr im Bereich STARGATE oder STAR WARS anzusiedeln. Ähnlich wie schon beim russischen Blockbuster DIE WÄCHTER DER NACHT, gab man sich sehr viel Mühe bei der Gestaltung der Sets und der Spezialeffekte, das Leben auf dem Planeten Saraksh wurde mit einigen Schauwerten eindrucksvoll abgebildet. Das Drehbuch legt hierbei keinen besonderen Fokus auf die philosophischen bzw. gesellschaftskritischen Grundtöne der Vorlage, sondern zaubert vielmehr einen kurzweiligen und unterhaltsamen Science Fiction-Film auf die Leinwand.



Das Ergebniss kann sich sehen lassen, die Russen beweisen, dass großes Blockbusterkino keine Hollywood-Domäne mehr ist, sondern einfach nur kreative Filmliebhaber notwendig sind. Sicher schwächelt das Drehbuch an der ein oder anderen Stelle, auch bei den Schauspielern gibt es keine besonderen Auffälligkeiten [sowohl positiv als auch negativ], dennoch stimmt einfach das Gesamtpaket, ein exotisches, liebevoll gemachtes Fest für den viel zu lange unterfordeten Sci-Fi-Liebhaber! CAPELIGHT bringt DARK PLANET in einer pompösen 3-Disc-Steel-Edition auf Bluray, hierbei besticht die ausserordenlich gute Bild- und Tonqualität und die erlesene Auswahl an Extras!

HIGHSCHOOL OF THE DEAD


Regie: Tetsuo Araki
Produktion: Studio Madhouse
Dt. Vertrieb: Nipponart

Ein Virus, welcher die Toten wiederauferstehen lässt, setzt die Existenz der gesamten menschlichen Zivilisation aufs Spiel. Wir erleben die blutrünstige Invasion der Untoten aus der Sicht einer Gruppe Schüler, die sich unfreiwillig durch dieses blutige Endzeitszenario kämpfen müssen.



Mit HIGHSCHOOL OF THE DEAD aus dem Hause MADHOUSE [DEATH NOTE, PARANOIA AGENT] kommt eine Art Anime-Walking-Dead Variante, gewürzt mit einer deftigen Portion Erotik, nach Deutschland. Zunächst irritiert die etwas befremdliche Kombination aus Zombie-Splatter und hübschen Schulmädchen, nach den ersten zwei Episoden mutiert diese Irritation schnell zum puren Vergnügen. Selten hat ein zwölfteiliger Anime so viel Spass gemacht. Die Zombie-Epidemie bietet fruchtbaren Nährboden für eine gelungene Spannungskurve, so lässt sich HIGHSCHOOL OF THE DEAD durchgehend wie eine einzige Achterbahnfahrt beschreiben. Die blutige Konfrontation mit den Untoten wurde wirklich sehr nervenaufreiben in Szene gesetzt, hier bleibt dem Zuschauer das ein oder andere mal das Lachen im Halse stecken!



HIGHSCHOOL OF THE DEAD bietet sich gerade zu an, in geselliger Runde mit einem Kasten Bier konsumiert zu werden. Die organische Mischung aus Horror und Frivolitäten sorgt für gute Laune und gelungene Unterhaltung. Wie beim Studio MADHOUSE so üblich, bewegen sich Animation und Artwork auf höchstem Niveau und die musikalische Untermalung unterstützt den gelungenen Gesamteindruck. Für diese vorlagengetreue Manga-Umsetzung zeichnet sich übrigens DEATH NOTE-Regisseur Tetsuo Araki verantwortlich.

Nipponart veröffentlicht HIGHSCHOOL OF THE DEAD in einem wunderschönen, hochwertig produzierten Digipack, bestehend aus drei Disks, Postkarten, einem exklusiven Poster und T-Shirt. Vielen Dank an Nipponart für die großzügige Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

DIE HIGHLIGHTS 2011


Das Kinojahr 2011... aus persönlicher Sicht muss ich die US-Produzenten von AMC und HBO verfluchen, denn diese hielten mich mit ihren TV-Drogen viel zu oft vom Genuss des ein oder anderen Kinofilmes ab, dennoch gab es einige einschneidenden Kinoerlebnisse 2011, welche in der folgenden Liste [ungeordnet!] nachzulesen sind.


GEWINNSPIEL: Traditionell verantstaltet der Palast ein kleines Gewinnspiel, dieses Mal mit drei [!] Preisen: Gewinnt das wunderschöne Bluray-Steelbook von SUPER 8, die DVD/Bluray-Combo von 127 HOURS und DVD/Bluray-Combo von BLACK SWAN. Um teilzunehmen müsst ihr bis zum 10.1.12 eure fünf persönlichen Jahreshighlights [mit kurzer, aber knackiger Begründung] posten. Ich freue mich besonders über Filme welche sich NICHT in der Liste befinden!


DIE HIGHLIGHTS 2011:


TREE OF LIFE
Ein Gedicht von einem Film, Terrence Malick erzählt von der Entstehung der Welt und dem fragilen Mikrokosmos einer Familie. Abgesehen davon dass der Film auf eine wunderbare Erzählform setzt, faszinieren die ästhetischen Bilder über alle Maßen.



MELANCHOLIA
Dunkel und Düster: Lars von Trier lässt die Welt mit einem lauten Knall untergehen, achja: danach rast auch noch ein ganzer Planet auf die Erde zu.



POETRY
Brillianter Film von Lee Chan Dong, eine alte Dame ordnet ihre Karten sozusagen neu und entdeckt die Kraft der Poesie. Eigentlich schon 2010 in Korea erschienen, international aber erst 2011 verwertet, daher in dieser Liste.



TRUE GRIT
Ein epischer Western mit einem jungen Mädchen in der Hauptrolle. Klingt ungewohnt, ist aber schliesslich ein Film der Gebrüder Coen, daher fast schon wieder konventionell. Definitiv ganz großes Kino!



THE KING'S SPEECH
Ga-ga-ganz klarer Sieger der Herzen! Colin Firth als Stotterkönig überzeugt sogar absolute Royal-Muffel [wie mich!]



CONFESSIONS
Nach MEMORIES OF MATSUKO setzt Tetsuya Nakashima noch einen obendrauf: Vordergründig geht es zwar [mal wieder] um Rache, zwischen den Zeilen erfährt man aber sehr viel über die gegenwärtigen Defizite in der japanischen Gesellschaft. Inszeniert wie eine Atombombe!



127 HOURS
Sowohl Regisseur Danny Boyle als auch Schauspieler James Franco tragen dazu bei, dass sich dieser leichtfüssige und doch todernste Abenteurfilm in die Herzen der Zuschauer brennt.



THE FIGHTER
Regisseur David O. Russel nimmt sich bei der Inszenierung völlig zurück und bietet Christian Bale und Mark Wahlberg eine ideale Spielwiese für ihr schauspielrisches Talent. Das Ergebniss ist ein unkonventionelles und beindruckendes Familiendrama.



BLACK SWAN
Ein Horrorfilm, nein ein Film über Ballet, nein: Beides! Oder doch gar nichts von Beidem? Wie dem auch sei: Natalie Portmans Mutation zum "Black Swan" war definitiv eines der Highlights des Kinojahres 2011.



50/50
Ein warmherziger, ehrlicher Film der sich nicht davor scheut Themen wie Krankheit und Tod zu fokussieren, ohne dabei rührseelig zu werden. Spätestens nach diesem Film sollte man Joseph Gordon Levitt als neues Schauspieltalent ernstnehmen!



SUPER 8
Sympatischer Sci-Fi-Film aus der Sicht einiger Kinder die etwas erstaunliches vor die Linse ihrer Super8-Kamera bekommen!



HEREAFTER
Ein sensibler Film über das Leben nach dem Tod, überraschend facettenreich und erfreulich klischeefrei. Clint Eastwoods Regiekünste reifen wie ein guter Rotwein!



DRIVE
Nicolas Winding Refns bis an die Grenzen stilisierter Actionfilm mit brilliantem Soundtrack und einem ultracoolen Ryan Gosling. Bryan Cranston und Albert Brooks glänzen in kleinen aber feinen Nebenrollen.

MARDOCK SCRAMBLE


Regie: Susumu Kudo
Mangavorlage: To Ubukata
Studio: Universum Anime

Die fiktive Stadt Mardock City ist ein hartes Pflaster: Die hübsche Rune Balot bestreitet ihren Unterhalt als Prostitierte und erlebt auf diese Weise die dunkelsten Seiten ihrer Welt. Als sie Casino-Manager Shell Septinous aus diesem trostlosen Alltag holen will ist Rune eine Spur zu neugierig und wird von diesem bei einer Explosion getötet. Nachdem sie von einem geheimnisvollen Arzt als Cyborg [!] zurück ins Leben geholt wird hat sie nur nocheines im Sinn: eiskalte Rache.



Mardock Scramble ist der düstere und schweisstreibende Prolog einer Trilogie, welche auf einem erfolgreichen Manga von To Ubukata [Chaos Legion] basiert. Der flotte und extrem dynamische Zeichenstil hebt den düsteren Actionknaller deutlich von ähnlich gearteten Animes ab. Es ist sehr löblich, dass Universum Anime den Film hierzulande auf Bluray veröffentlicht, denn der in HD produzierte Film holt wirklich das letzte aus diesem Medium heraus: Audiovisuell toppt ein Showdown den Nächsten, da ist auch die vergleichsweise kurze Laufzeit [69 Minuten] zu verkraften.



MARDOCK SCRAMBLE lässt sich am ehesten mit GHOST IN THE SHELL oder GARDEN OF SINNERS vergleichen: es handelt sich definitiv um einen Film für Erwachsene, denn was Action und Gewalt angeht werden hier keine Kompromisse eingegangen. Zwar bleibt MARDOCK SCRAMBLE: FIRST COMPRESSION dem Zuschauer einige Antworten schuldig, aber es kann eigentlich nur das größte Kompliment sein, wenn man die Fortsetzung eines Filmes kaum erwarten kann! Die Synchronisation kann sich übrigens wirklich hören lassen. Tipp: unbedingt zur Bluray-Variante greifen!

PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION


Regie: Rupert Wyatt
Darsteller: James Franco, John Lithgow

Ich glaube mich laust der Affe: da hat man nach Instant-Müll wie TRANSFORMERS 3, BATTLE L.A. und dergleichen schon den Glauben an das Blockbusterkino verloren und sich in die Independent-Kiste zurückgezogen, da taucht plötzlich ein großangelegter Film auf, zudem noch ein Prequel zu einem Filmklassiker [wogegen ich für gewöhnlich eine entscheidende Abneigung hege] und widerlegt alle anfänglichen Vorurteile. Die Rede ist von PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION: ein erstaunlich gut gemachter Blockbuster mit Hirn und Herz!



Der Zuschauer erfährt wie es dazu kommen konnte, dass plötzlich Affen die Herrschaft über unseren Planeten erlangen konnten. Dieser Plot ist überraschend gut durchdacht und überzeugt mit hübschen kleinen Anspielungen auf Franklin J. Schaffner's Klassiker von 1968. Tim Burton's unsäglicher Affenzirkus wird zum Glück völlig ignoriert und man versucht den Geist der alten Filme wiederaufleben zu lassen. Der Film steckt zwar voller Computereffekte, dennoch stehen tatsächlich die Charaktere und die eigentliche Geschichte im Mittelpunkt.



James Franco überzeugt in der Rolle des engagierten Wissenschaftlers, dem Film gelingt aber nach dem ersten Drittel etwas, was ich persönlich für unmöglich gehalten habe: Eine digitale kreierte Figur übernimmt die Hauptrolle und zieht sämtliche Emotionen auf sich. Das liegt mitunter an der makellosen Tricktechnik, aber auch daran dass der Film den Wandel von Caesar dem Affen zu Caesar dem menschenähnlichen und denkenden Wesen glaubwürdig abbildet. Stellenweise ist es geradezu beängstigend in die Augen der Affen zu blicken.

Kurzum: PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION ist sowohl technisch überzeugend, als auch spannend erzählt und gut gespielt. Was künstlich generierte Protagonisten angeht wird hier Gollum [der übrigens auch vom "Caesar-" und "King Kong-" Schauspieler Andy Serkis verkörpert wird] ernsthaft Konkurrenz geboten.

Endlich kann man sich einmal mit ganzem Herzen auf die Fortsetzung zu einem Film freuen [wurde bereits offiziell angekündigt!] Zusammen mit X-Men der beste Blockbuster 2011.

MIDNIGHT IN PARIS


Regie: Woody Allen
Darsteller: Owen Wilson, Rachel Mc Adams, Adrien Brody

Ein Autor mit mangelndem Selbstbewusstsein findet im Paris der Gegenwart eine Art Zeitschleuse und kann auf diese Weise mit vielen Größen der Literatur und Kunst kommunizieren. So feiert er nachts mit F. Scott Fitzgerald, Pablo Picasso, Hemmingway und vielen anderen illustren Gestalten. Woody Allens neuester Streich ist eine augenzwinkernde Hommage an Paris, die Stadt der Kreativen und die große Zeit der Kunst und Kultur. Gewohnt locker und fröhlich inszeniert überzeugt Allen mit einem tollen Schauspielensemble, welches sichtbar Spass an der Darbietung ihrer Rollen hat. Sowohl für Allen-Fans als auch für Freunde inteligenter Komödien ein Hochgenuss!


9/10 Spaziergängen durch die Zeit

LARRY CROWNE


Regie: Tom Hanks
Darsteller: Tom Hanks, Julia Roberts, Bryan Cranston

Larry, ein Mann im fortgeschrittenen Alter, wird gefeuert und steht vor dem Nichts. Um wieder Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erlangen besucht er ein College und holt eine Ausbildung nach. Hauptdarsteller und Regisseur Tom Hanks prangert subtil die soziale Ungerechtigkeit in Amerika an, beschwört aber gleichzeitig den amerikanischen Unternehmergeist herauf. Diesbezüglich ist der Film ein zutiefst amerikanischer Film, ein einzelner Mann kann im "Land der Träume" mit genügend Energie und Willen erreichen was er will. Abgesehen von diesem pathetischen Subtext handelt es sich bei LARRY CROWNE aber um eine sehr leichte, warmherzige und [vielleicht sogar etwas zu] prominent besetzte Komödie, die aufgrund der brisanten Thematik etwas zu undramatisch erzählt wird, denn wirklich Steine bekommt der Protagonist nie in seinen Weg gelegt - die Realität sieht hier anders aus! Sieht man von diesem dramaturgischen Schnitzer ab ist der Film aber durchaus sehenswert.


6/10 nuschelnden Hauptdarstellern